[Tipp!] Sex & nur Sex

Es war nur ein kurzer Augenblick als sich ihre Blicke trafen. Ein Schauer geht durch Ihren Körper. Das kurze Lächeln hat Sie verzaubert …

So oder ähnlich kann ein Abenteuer beginnen, bei dem es nur um Sex geht – um nichts anderes als Sex. Doch wie einfach sind solche Begegnungen wirklich? Was sollte Mann sich klar gemacht haben, damit die Lust am Sex auch wirklich zur Lusterfüllung führt?

Wir laden Sie ein, über die Situation einer Begegnung nachzudenken, bei der die Beziehungsgestaltung zweitrangig sein soll, bei der es um Lust und Triebe geht.

Wir möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass der Text etwas länger ist. Nehmen Sie sich also bitte etwas Zeit (vorgelesen dauert er 19:51 min) und lassen Sie sich auf die Gedanken des Textes ein.

Dazu bieten wir Ihnen drei Möglichkeiten.

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Sex & nur Sex

Es war nur ein kurzer Augenblick als sich ihre Blicke trafen. Ein Schauer geht durch Ihren Körper. Das kurze Lächeln hat Sie verzaubert und noch mehr die Schönheit, die Sie erblickt haben. Ein makelloses Gesicht, ein Körper wie sie Ihn sich nur in Ihren Träumen vorstellen.
Und dann findet die erste Begegnung statt und der erste Wortwechsel. Und wieder erschaudern Sie. Sie sind wie elektrisiert, angespannt und neugierig darauf, wie es weitergeht. Tiefe Blicke in die Augen und erste Brührungen. Sie spüren die Haut und die Wärme, die sie ausstrahlt. Sie sind beide erotisiert, das spüren Sie. Dann ein erster zaghafter Kuss. Jetzt ist klar wo die Reise hingehen wird.

Eine halbe Stunde später liegen Sie gemeinsam in Ihrem Bett. Sie spüren den anderen Körper, liebkosen ihn mit Küssen, streicheln ihn und auch auf Ihrem Körper tasten sich Lippen küssend entlang. Erkunden jede Stelle Ihres Körpers, liebkosen Ihren Schwanz. So wie Sie es lieben. So wie Sie es sich immer wünschen. Und Sie spüren die ansteigende Erregung.

Sie werden beide wilder, trauen sich immer mehr. Schließlich verschmelzen sie miteinander. Werden zu einem Körper. Sie haben beide den gleichen Rhythmus. Und Ihre Lust steigert sich bis ins unermessliche. Sie sehen sich in ihre Gesichter. Sehen gegenseitig ihre Geilheit und wissen beide, dass es gleich soweit sein wird. Ihre Körper vibrieren. Dann bricht ein Feuerwerk in ihnen beiden aus. Ein Orgasmus durchströmt ihre Körper, wie sie ihn noch nie erlebt haben. Sie kommen gleichzeitig, gemeinsam.

Erschöpft liegen sie nebeneinander. Und nach kurzer Zeit liegen Sie wieder alleine in Ihrem Bett. Sie sind völlig entspannt und zufrieden – Sie sind glücklich. Und auf Ihrem Nachttisch liegt keine Telefonnummer, keine Adresse. Es gibt keine neue Verabredung. Kein Versprechen „Ich rufe Dich an.” Das Erlebte bleibt einmalig.

Zugegeben, die Geschichte hört sich an, wie aus einem billigen Liebesroman. Aber ist es nicht das, was sich manchmal in Ihrem Kopf abspielt? Sind das nicht auch Ihre Wünsche, Ihre Phantasie, die nur schwer zuzulassen sind. Eine Begegnung, in der es sich nur um Sex dreht. Eine Begegnung, bei der keine Bedingungen gestellt werden, wo es nur um die eine Sache geht, die gemeinsame Sache, nämlich bedingungslosen Sex?

Ein Aufeinandertreffen, bei dem der Name, der gesellschaftliche Stand oder der Beruf völlig unrelevant sind. Weil beiden klar ist, dass nur die Geilheit miteinander zählt. Jetzt und jetzt sofort. Ohne große Anläufe und ohne langes Palavern. Ohne Adressenaustausch und ohne Frühstück danach. Ohne schlechtes Gewissen, weil es da noch jemanden anderen gibt in Ihrem Leben?

Sex und nur Sex, wie er hier beschrieben ist, findet nur in Ihrem Kopf statt. Er ist reine Phantasie und wird es auch bleiben. Die Umsetzung in die Realität birgt Stolperfallen und Unabwägbarkeiten. Bei Ihnen, bei Ihrem Gegenüber, im Handeln und in der Situation selbst.

Sie können mir hier gern widersprechen. Sie können behaupten, dass Sie solch eine Situation schon erlebt haben, sie immer wieder erleben. Ich glaube Ihnen das auch – aber erst, wenn Sie sich ein paar Fragen beantworten.

Deshalb möchte ich Sie jetzt zu einem Experiment einladen.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer großen Kletterwand. Die Kletterwand trägt den Namen „Sex und nur Sex”. Ich werde Sie auffordern, die Kletterwand auszuprobieren. Sie werden sich an den Haltegriffen nach oben hangeln, mit der Geschwindigkeit und dem Schwierigkeitsgrad, den sie selbst bestimmen.

Ich werde unten stehen bleiben und Sie bei Ihrer Klettertour beobachten. Ich werde Ihnen verschiedene Wege des Aufstiegs vorschlagen und Sie bestimmen, welchen Weg Sie einschlagen wollen. Es wird Haltegriffe geben, die Sie gut erreichen werden und die Ihnen ein unkompliziertes Vorankommen ermöglichen.

Und ich werde Ihnen Kletterwege vorschlagen, bei denen Sie sich mehr anstrengen müssen. Bei denen Sie sich strecken müssen, Kraft aufbringen müssen. Vielleicht müssen Sie auch das Risiko eingehen, an einer bestimmten Stelle umzukehren, weil es aus Ihrer Sicht an dieser Stelle nicht weitergeht.

Das Ziel des Kletterns ist nicht, oben anzukommen, also den Gipfel zu erreichen. Das Ziel dieses Experimentes ist, dass Sie sich ausprobieren und Ihre Kräfte messen. Dass Sie Alternativen ausloten und für sich entscheiden, welcher Weg für Sie der machbare ist.
Das Ziel ist, dass Sie sich selbst Fragen stellen, auf die nur Sie sich selbst eine Antwort geben können.

Und eines möchte ich Ihnen an dieser Stelle noch versichern: Sie können nicht abstürzen. Egal auf welcher Höhe Sie sich in der Kletterwand befinden oder in welche Schwierigkeit Sie sich begeben, Sie stürzen nicht ab.

Haben Sie jetzt Lust bekommen zu klettern? Na dann, lassen Sie uns beginnen. Gehen Sie in die Kletterwand, nehmen Sie die ersten Haltegriffe und verlassen Sie den festen Boden unter Ihren Füßen. Wir können beginnen:

Um was geht es bei Sex und nur Sex? Welche Bedeutung schreiben Sie diesem sexuellen Begehren zu? Oder gibt es für Sie verschiedene Bedeutungen, verschiedene Motive sich auf dieses Erlebnis, auf dieses Erleben einzulassen?

Möglicherweise geht es ums Ficken, ums abficken. Mal richtig bumsen. Die Sau rauslassen. Dabei ist nur wichtig, dass ihr Gegenüber mitmacht. Sie wollen geil werden und hemmungslos Ihr Verlangen nach Befriedigung ausleben. Ohne wenn und aber. Es geht Ihnen darum, unbeherrscht zu sein, sich fallen lassen können, den Kopf abzuschalten – noch besser den Kopf verlieren dürfen und können.

Und dabei ist die Persönlichkeit Ihres Gegenübers eigentlich egal (Oder auch nicht?).
Der Körper reizt Sie und das Verlangen, mit diesem Körper Eins zu werden. Der Körper muss gut für Sie riechen, muss sich gut anfühlen, muss gut für Sie schmecken und muss das mitmachen, was Sie verlangen.

Geht es Ihnen dabei auch um ein gemeinsames Teilen der Geilheit und Lust oder befriedigen Sie sich selbst mit einem Loch aus Fleisch und Blut?

Wollen Sie den Sex gemeinsam orgiastisch erleben, ihre gemeinsame Lust spüren oder bleiben Sie für sich, wollen nur sich selbst spüren, sich befriedigen, zum Orgasmus kommen?

Ist es Ihnen dabei egal, ob der Orgasmus auch bei dem Gegenüber einsetzt oder strengen Sie sich an, dass sie beide zum Orgasmus kommen? Bleiben Sie dabei wieder einmal selbst auf der Strecke, weil Sie sich wieder zu sehr auf das konzentrieren, was dem anderen gut tut? Oder sind Sie im Einklang mit dem anderen Körper und mit sich selbst?

Vielleicht geht es Ihnen auch nicht ums Ficken. Sie wollen „Liebe machen”. Sie wollen jemanden ganz nah bei sich spüren. Sie wollen Wärme bekommen. Sie erfüllen sich Ihre Sehnsüchte. Ihre Sehnsucht nach Geborgenheit, nach angenommen sein, nach Verbundenheit. Sie geben in diesem Moment Ihr Gefühl der Einsamkeit auf, für diesen kurzen oder langen Augenblick.

Oder es geht um etwas Neues. Mal ausprobieren was Sie sich bisher nicht getraut haben. Vielleicht überhaupt mal anzufangen mit dem Sex. Sie wollen Ihre Neugier auf das Unbekannte befriedigen. Sich auf etwas einlassen, was Sie noch nicht kennen. Neue Ufer der sexuellen Möglichkeiten betreten.

„Sex und nur Sex” hat unzählige Varianten im Handeln, im Gegenüber, in Ihrer Motivation und in der Situation des Geschehens. Aber, Sie merken, dass „Sex und nur Sex” zwei unverzichtbare Grundlagen benötigt: Körper und Gefühl.

Ihr Körper und der Körper des Gegenübers ist der Schlüssel für das sexuelle Begehren. Sie fühlen sich angezogen von dem anderen Körper, Sie finden ihn erotisch, aber mindestens erregt er Sie sexuell. Und Sie wünschen sich das auch in Bezug auf Ihren eigenen Körper. Oder es ist Ihnen egal, wie Ihr Körper ankommt. Sie haben bezahlt für den Sex und nur Sex. Sie sind beim Sex & Geschäft. Aber auch hier bleibt der Körper ausschlaggebend, damit das Geschäft überhaupt zustande kommt. Oder gehen Sie das Geschäft nur ein, weil Sie eine sexuelle Praktik bevorzugen, die Sie nirgendwo anders ausleben können?

Gehen wir davon aus, Sie haben nicht bezahlt für den Sex. Ihr Körper ist Ihr Werkzeug beim Sex. Sie setzen ihn ein um Ihre Ziele zu erreichen. Mal zärtlich, mal hart und nahe am Schmerz. Mal zu zweit, zu dritt oder zu viert. Und Sie brauchen den anderen Körper. In inniger Verbindung, in Zärtlichkeit, in Verschmelzung. Vielleicht auch nur als fuckbody. Oder als Meister, der Ihren Körper züchtigt.

Die Körper haben als Werkzeug also unterschiedliche Funktionen. Sie können verführen, berauschen, ablehnen oder verletzen. Sie können verschmelzen, sich befruchten oder krank machen. Aber sie sind notwendig, beim Sex und nur Sex. Manchmal wird der Körper zur Person, zu Geist und Seele. Manchmal ist das unrelevant, dann zählt eben nur der Körper, egal welchen Geist und welche Seele er beinhaltet.

Und wie sieht es mit Ihren Gefühlen aus? Behaupten Sie, da wäre kein Gefühl dabei? Es geht ja nur ums Ficken. Möglicherweise haben Sie kein Gefühl zum Gegenüber, aber Ficken selbst ist ja auf Gefühl ausgerichtet – auf Ihr Gefühl. Vielleicht können Sie Ihr Gefühl nur nicht richtig für sich einordnen?

Sie können das gut trennen mit den Gefühlen – so für sich alleine? Es geht ja schließlich um „Sex und nur Sex”.

Ist das so? Kriegen Sie das so hin mit den Gefühlen, oder machen Sie sich da was vor? Es lebt sich wahrscheinlich einfacher, wenn Sie das so hinbekommen, das mit den Gefühlen, mit Ihren Gefühlen. Und Sie wollen das ja auch gern.

Greifen Sie jetzt mal nach links oben. Dort ist ein Haltegriff. Ich weiß er ist schwer zu erreichen, aber probieren Sie es doch einfach mal aus, an ihn ranzukommen. Na los, trauen Sie sich!

Geht es Ihnen manchmal schlecht nach einer spontanen, bedingungslosen sexuellen Begegnung? Fühlen Sie sich leer und ausgebrannt. Gut, Sie haben abgefickt, Sie haben ejakuliert. Und das wars dann schon? Denken Sie beim Akt „Hoffentlich ist es bald vorbei” oder stellen Sie sich manchmal die Frage „Was habe ich gerade getan?” Und Sie gehen nach Hause und sind wieder alleine. Oder plagt Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie zu Hause Ihrer Partnerin oder ihrem Partner einen flüchtigen Kuss zur Begrüßung geben?
Vielleicht treten Sie auch beschwingt und zufrieden Ihren Nachhauseweg an. Voller Entspannung und Glückseeligkeit. Weil Sie etwas Schönes, vielleicht sogar Orgiastisches mit einem anderen Menschen erlebt haben. Eine sexuelle Begegnung, die sie aufbaut. Die ihr Selbstbewusstsein gestärkt hat, bei der Sie spüren konnten, dass Sie begehrt sind, dass Sie gut sind beim Sex. Eine Begegnung, bei der Sie sich wieder selbst einmal spüren konnten. Und dann sind Sie zu Hause und rufen Freunde an, um sie teilhaben zu lassen an Ihrem schönen Gefühl und Erlebnis. Oder Sie küssen Ihre Partnerin oder Partner innig zur Begrüßung, ohne das schlechte Gewissen. Weil Sie sicher sind, das Richtige für sich selbst getan zu haben.

Zugegeben, zwei sehr unterschiedliche Beschreibungen der Rückkehr in den Alltag. Aber zwischen diesen beiden Extremen bewegen Sie sich. Sie haben ein Gefühl. Oder? Manchmal sind diese Gefühle schwer zu ertragen, manchmal verleihen sie einem auch eine ungeheuere Leichtigkeit im Leben. Und wo stehen Sie gerade? Wie ist das bei Ihnen?

Sie haben jetzt auf jeden Fall den angestrebten Haltegriff fest in der Hand. Wollen Sie jetzt den nächsten erreichen? Wollen Sie es wagen, oder wollen Sie lieber die wieder zurück und den einfachen Weg gehen? Ich schlage Ihnen vor, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Probieren Sie es.

In welcher Lebenssituation befinden Sie sich zu Zeit. Sind Sie Single oder leben Sie in einer festen Partnerschaft?

Sitzen Sie abends zu Hause und kommunizieren Sie über den Chat mit anderen Menschen. Verabreden Sie sich dort zum Sex? Manchmal schnell und unkompliziert, manchmal ermüdend und erfolglos?

Gehen Sie auf Partys oder in die Kneipe um die Ecke, um jemanden aufzureißen? Oder lassen Sie sich lieber selbst aufreißen? Sind Sie auf der Jagd? Geht es Ihnen ums jagen und sammeln von verschiedenen Sexualpartnern und sexuellen Erlebnissen?

Oder brauchen Sie es jetzt und sofort? Den schnellen Fick oder die glühende Leidenschaft? Glauben Sie die Partnerin oder den Partner fürs Leben über einen spontanen sexuellen Kontakt zu finden oder haben Sie sich das mit einer Partnerschaft schon längst abgeschminkt? Sie wurden in einer vergangenen Partnerschaft enttäuscht und jetzt ficken Sie, was Ihnen vor die Flinte kommt. Aus Rache und Verachtung.

Sind Sie in sich selbst verliebt und holen Sie sich die notwendige Bestätigung über einen sexuellen Kontakt? Oder machen Sie das nur, um endlich Ihrer Einsamkeit zu entrinnen. Trauen Sie sich nicht so richtig und warten auf die passenden Gelegenheit, und dann, wenn diese eintritt, dann geht’s schnell zur Sache – und zwar richtig?

Sie leben aktuell in einer Partnerschaft und die Liebe und Leidenschaft ist schon lange verflogen? Es geht mehr um eine wirtschaftliche, als um eine Liebesbeziehung? Sex findet einmal im Monat oder überhaupt nicht mehr statt?

Oder alles klappt im Bett und auch so, aber ein bisschen Abwechslung kann nicht schaden? Frischt die Beziehung vielleicht sogar auf?

Sind Sie verliebt, haben Ihre Traumfrau oder Ihren Traummann gefunden, aber das gewisse Etwas fehlt? Ihre sexuelle Leidenschaft wird nicht befriedigt, weil sie oder er nicht mitmachen möchte?

Langweilen Sie sich sexuell, ob mit oder ohne Partnerin oder Partner? Sie brauchen Abwechslung. Sie brauchen den sexuellen Kick? Einmal, zweimal, dreimal pro Woche oder mehr? Sie suchen einfach nur Entspannung und finden über „Sex und nur Sex” eine gute Möglichkeit Stress abzubauen? Sie fühlen sich nur als richtiger Mann, als männlich, wenn Sie auf Eroberungstour gehen und diese erfolgreich abschließen?

Mal ganz ehrlich. Das sind alles gute Gründe für „Sex und nur Sex”. Und es gibt wahrscheinlich noch eine Vielzahl anderer.

Wissen oder spüren Sie eigentlich manchmal oder immer, warum es Sie treibt – warum es zum „Sex und nur Sex” kommen soll? Stellen Sie sich überhaupt diese Frage oder sind Sie zufrieden mit der Antwort, dass es eben so ist wie es ist? Dass Männer eben so sind

O.k., wenn Sie das wirklich glauben, wenn Ihnen diese Antwort genügt, dann gehen Sie wieder auf Ihre Ausgangsposition an der Kletterwand zurück. Versuchen wir es mal mit einem anderen Weg.

Wie wichtig nehmen Sie sich selbst? Sind Sie sich wichtig? Wollen Sie wichtig genommen werden – im Beruf, in Ihrem Freundeskreis oder der Familie? Wollen Sie wichtig genommen werden beim „Sex und nur Sex”? Nehmen Sie dabei auch die Sexualpartnerin oder den Sexualpartner wichtig? Haben Sie vielleicht sogar Respekt vor dem Gegenüber? Oder ist Ihnen das alles scheißegal. Es geht um mich und nur mich. Hauptsache ich habe meinen Spaß bei der Sache.

Vielleicht ist diese Frage jetzt nicht so willkommen, aber verhüten Sie beim „Sex und nur Sex”. Verhüten Sie eine ungewollte Vaterschaft oder eine sexuell übertragbare Krankheit? Vergessen Sie das manchmal oder immer, weil der Gedanke oder die konkrete Handlung, das Kondom über Ihren Schwanz zu streifen oder streifen zu lassen, stört. Oder verlassen Sie sich auf Ihre Sexualpartnerin oder Ihren Sexualpartner. Übernehmen Sie an dieser Stelle Verantwortung, wie Sie die auch gegenüber Ihren Freunden oder Ihrer Familie tun würden? Wie sie auch gerne Verantwortung im Beruf übernehmen?

Oder streifen Sie ihre Verantwortung wie Ihre Unterhose ab, und legen sie zur Seite, damit Sie sie nach der sexuellen Begegnung wieder anlegen können – die Unterhose und die Verantwortung.

Sind Ihnen diese Fragen jetzt etwa unangenehm? Merken Sie jetzt, wie da der moralische Zeigefinger mitschwingt? Das ist jedoch nicht die Absicht dieser Fragen.

„Sex und nur Sex” ist freigesprochen von gesellschaftlicher Moral. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Jedoch sind zwei Bedingungen für „Sex und nur Sex” einzuhalten. Zum einen ist die Würde der Beteiligten unantastbar, zum anderen ist vor, während und nach der sexuellen Begegnung physische und psychische Gewalt unzulässig.

Sie sagen sich jetzt, dass diese zwei Bedingungen für Sie selbstverständlich sind? Gut, dann komme ich wieder auf die Frage der Verantwortung, und konkret auf die Frage der Verhütung, zurück.

Verhüten Sie?
Konsequent?

Sind noch immer der Meinung, es handelt sich bei der Würde und der Gewaltfreiheit in der sexuellen Begegnung um eine Selbstverständlichkeit? Dann übernehmen Sie auch die Verantwortung für ihr Handeln gemeinsam mit Ihrer Sexualpartnerin oder ihrem Sexualpartner.

Wenn Sie „Sex und nur Sex” erleben wollen bieten sich vielfältige Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme, ohne den Verlust der Lust. Glauben Sie noch immer, die am Anfang beschrieben Situation erlebt zu haben und immer wieder zu erleben? Oder sind Sie während des Lesens über Ihr Gefühl gestolpert und konnten oder wollten Fragen nicht beantworten? Warum eigentlich nicht? Ihre Antworten hört doch niemand.

Unser Experiment ist zu Ende. Sie befinden sich jetzt wieder auf den Boden der Tatsachen. Sie haben nicht das obere Ende der Kletterwand erreicht, aber Sie haben die gesamte Breite und die Möglichkeiten der Wand erfahren. Vielleicht haben Sie sich auf die für Sie schwierigen Passagen eingelassen. Vielleicht sind Sie den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Das ist relativ unwichtig. Wichtig ist und war, dass Sie sich auf das Klettern überhaupt eingelassen haben.

Uwe Tüffers

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