Vorhautverengung

Die Vorhaut sollte im schlaffen und erigierten Zustand des Penis problemlos zurückzuschieben sein und nicht die Eichel einschnüren. Bei manchen Männern funktioniert diese Bewegung aber nicht widerstandslos und schmerzfrei. Dann liegt eine Vorhautverengung vor! Im Fachjargon heißt dieses Problem Phimose.

Ursachen

Meist ist sie angeboren, kann aber auch noch im späteren Alter durch nachlassende Hautelastizität oder durch Narben von Verletzungen oder Entzündungen auftreten. Letzteres ist besonders häufig bei Diabetikern der Fall, weil die Betroffenen zu Entzündungen der Vorhaut und anschließender Narbenbildung neigen.

Behandlung

Eine Vorhautverengung sollte auf jeden Fall vom Männerarzt behandelt werden, schon der Hygiene wegen.

Bedenken Sie: Nicht entfernte Urinreste und Ablagerungen (Smegma) erhöhen das Risiko für Penis- und Gebärmutterhalskrebs bei der Partnerin. Eine Vorhautverengung kann man operativ korrigieren oder alternativ mit kortisonhaltigen Salben behandeln.

Welche Möglichkeit in Frage kommt, hängt immer von der individuellen Art und Ausprägung der Phimose ab.

Operation

Fälle für eine operative Korrektur der Vorhaut sind zum Beispiel:

  • wenn die Vorhautöffnung so stark verengt ist, dass sie sich bereits im nicht erigierten Zustand des Penis nicht zurückschieben lässt
  • wenn durch die enge Vorhaut das Urinieren behindert ist und sich der Urin mangels Abflussmöglichkeit in der Vorhaut staut und dort einen Ballon bildet
  • wenn Erektionen mit Schmerzen verbunden sind und keinen Sex zulassen

Bei einer Operation wird nicht zwangsläufig die ganze Vorhaut entfernt (Beschneidung). Es gibt auch Methoden, die die Vorhaut vollständig erhalten oder auch nur den verengten Teil der Vorhaut entfernen. In der Regel ist der Eingriff mit keinem großen Risiko behaftet und wird unter lokaler Betäubung vorgenommen. Die Patienten können bereits kurz nach der Operation nach Hause gehen. Die Ausheilung kann allerdings bis zu drei Monate dauern.

Relative Vorhautverengung

Nicht selten leiden Männer auch unter einer so genannten relativen Vorhautverengung. Das heißt, wenn der Penis nicht versteift ist, kann man die Vorhaut zurückziehen. Vergrößert sich der Penis aber bei der Erektion, lässt sie sich nur mit Schwierigkeiten und Schmerzen bewegen.

Ein Mechanismus, der sich selbst verstärkt: Wird die Vorhaut gewaltsam zurückgezogen oder beim Sex überdehnt, bilden sich Risse auf der Innenseite, durch deren Vernarbung sich das Gewebe weiter zusammenzieht – die Vorhaut wird enger.

In einigen Fällen kann man versuchen, die Vorhaut mit kortisonhaltigen Salbenpräparaten zu behandeln und so dehnbarer zu machen. Diese Behandlung dauert natürlich länger, kann aber in einigen Fällen den Eingriff ersparen. Bleibt der Erfolg aus, kann noch eine operative Korrektur folgen.

Vorsicht!

Das oberste Gebot für Männer mit einer Vorhautverengung lautet: Niemals gewaltsam die Vorhaut zurückzuziehen! Das kann gefährlich werden. Etwa, wenn die Vorhaut bei einer Erektion in der Eichelfurche verklemmt, so dass der Blutabfluss abgeschnürt wird. Die Eichel schwillt dann schmerzhaft blau an. Dieser so genannte »Spanische Kragen« ist ein Notfall und muss umgehend medizinisch behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Prof. Dr. Frank Sommer

weiterführende Links:
http://www.phimose-info.de

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie:
http://www.dgu.de/pat_leitlinien.html

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